Ich stand vor meinem Haus. Es war ein sonniger Tag, der Himmel vollkommen blau und wolkenlos. Alles wirkte ruhig, wie an jedem anderen Tag.
Plötzlich blickte ich auf und sah einen gewaltigen Asteroiden über den Himmel ziehen. Er raste direkt auf die Erde zu. Einige Sekunden lang stand ich reglos da und beobachtete ihn, bis er hinter dem Horizont verschwand. Kurz darauf sah ich den Lichtblitz des Einschlags. Er war ins Meer gestürzt.
Von meinem Haus aus kann man den Ozean zwar nicht sehen, doch in der Ferne sind einige Berge zu erkennen. Da geschah etwas Unmögliches: Hinter ihnen begannen sich riesige Wellen aufzutürmen. Sie waren so gewaltig, dass sie die Berge überragten, als wären diese gar nicht da, und kamen direkt auf mich zu.
Der Wind drehte plötzlich. Ich spürte eine starke, feuchte Brise und den unverkennbar salzigen Geruch des Meeres. Innerhalb weniger Sekunden erreichte das Wasser meine Füße. Einen Augenblick lang dachte ich, das sei alles gewesen, die Kraft des Tsunamis sei bereits vorüber und ich wäre in Sicherheit.
Doch ich irrte mich.
Der Wasserspiegel begann langsam zu steigen. Zuerst bedeckte das Wasser meine Knöchel, dann meine Beine. Da begriff ich, dass ich sterben würde, wenn ich dortblieb. Ohne weiter nachzudenken, drehte ich mich um und rannte die Straße bergauf.
Während ich lief, sah ich andere Menschen zurückbleiben. Einige versuchten zu fliehen, andere standen einfach wie gelähmt da und starrten auf die gewaltige Wasserwand, die hinter uns näher kam. Ich konnte nur daran denken, einen höher gelegenen Ort zu erreichen.
Am Ende der Straße standen mehrere Gebäude. Ich lief in eines hinein und stieg die Treppen so schnell ich konnte hinauf, bis ich das Dach erreichte. Oben gab es mehrere voneinander getrennte Bereiche. Jeder war bereits von Menschen besetzt, denen ebenfalls die Flucht gelungen war.
Ich versuchte, in den ersten zu gelangen.
„Hier sind wir schon zu viert“, sagten sie zu mir, als wäre das die erlaubte Höchstzahl.
Ich rannte zum nächsten Bereich.
„Hier ist es auch schon voll.“
In diesem Augenblick war es mir gleich, ob noch Platz war oder nicht. Die Welle war bereits viel zu nah. Ich ging trotzdem hinein und suchte den höchsten Punkt, den ich finden konnte.
Auf dem Dach stand eine große Kommunikationsantenne. Ich kletterte auf ihren Metallsockel und hielt mich mit aller Kraft fest, während das Wasser um mich herum immer weiter stieg.
Die Flut hörte nicht auf zu steigen.
Zuerst verschlang sie das Gebäude. Dann erreichte sie meine Beine. Danach meine Brust.
Schließlich stand mir das Wasser bis zum Hals.
Ich spürte das eisige Wasser um mich und hörte das Dröhnen des Ozeans von allen Seiten. Ich wusste, dass es keine Möglichkeit mehr gab zu entkommen. Langsam stieg das Wasser weiter, bis es nur noch wenige Zentimeter von meinem Mund entfernt war.
Gerade als ich meinen letzten Atemzug nehmen wollte und der Tod unausweichlich war …
wachte ich auf.
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