Es war Nacht. Ich ging durch ein Viertel, das auf den ersten Blick japanisch wirkte. Die Straßen waren schmal, Laternen verbreiteten ein gedämpftes Licht, und die Häuser standen dicht an dicht, als wären sie schon seit Jahrzehnten dort. Alles schien ruhig.
Doch etwas stimmte nicht.
Ich senkte den Blick, um die Straßen und Gebäude genauer zu betrachten. Da bemerkte ich, dass die Häuser nicht die traditionelle Form hatten, die ich erwartet hatte. Sie waren unregelmäßig. Manche Türen waren übertrieben groß, andere kaum so hoch wie ein Mensch. Fenster befanden sich an seltsamen Stellen, und die Durchgänge waren entweder viel zu schmal oder absurd hoch. Keines dieser Bauwerke schien für Menschen bestimmt zu sein.
Während ich zu verstehen versuchte, was ich dort sah, hörte ich einen dumpfen Schlag.
Ich drehte mich zu einem der Häuser um.
Etwas schlug von innen gegen die Tür.
Bei jedem Aufprall wölbte sich das Metall nach außen und vibrierte, als versuchte eine riesige Kreatur, sich von der anderen Seite hindurchzuzwingen. Dann kam ein weiterer Schlag. Und noch einer. Schließlich begann das Brüllen.
In diesem Augenblick begriff ich, wo ich war.
Es war kein gewöhnliches Viertel.
Es war eine von Monstern bewohnte Welt.
Ich ging weiter, bis ich eine Art Wohnhof betrat. Von dort aus konnte ich die Architektur besser betrachten. Plötzlich ergab alles einen Sinn: die riesigen Türen, die winzigen Eingänge, die verformten Dächer und die unmöglichen Räume. Nichts war für Menschen gebaut. Jedes Gebäude schien an die Größe, die Kraft oder die Gestalt der Kreatur angepasst zu sein, die darin lebte.
Das Seltsamste war, dass ich keine Angst verspürte.
Nur eine gewaltige Neugier.
Einen Augenblick lang wurde mir bewusst, dass ich träumte. Statt zu fliehen, dachte ich, ich müsse mir alles einprägen, was ich sah. Ich wollte mich beim Erwachen an jede Straße, jedes Haus und jedes Detail dieses Ortes erinnern — als würde ich eine andere Welt besuchen und wüsste, dass ich sie niemals wiedersehen würde.
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